Ein heiterer Witz über drei italienische Nonnen, eine unerwartete Entscheidung und die wahre Bedeutung von Glück

Sie kamen gemeinsam am Himmelstor an, so wie sie schon so vieles im Leben getan hatten.

Drei italienische Nonnen.
Seite an Seite.
Die Hände ordentlich gefaltet.
Die Kutten akkurat gebügelt.
Die Gesichter ruhig, neugierig und still zufrieden.

Sie hatten ein langes Leben geführt, erfüllt von Dienst, Gebet, Geduld und Güte. Ein Leben, das selten Schlagzeilen macht, aber tiefe Spuren bei den Menschen hinterlässt, denen es begegnet.

Petrus begrüßte sie herzlich und überprüfte ihre Namen auf einer leuchtenden Liste, die wie poliertes Gold schimmerte.

„Schwestern“, sagte er mit einem sanften Lächeln, „ihr habt mit Mitgefühl und Demut gelebt. Ihr habt anderen geholfen, ohne Lob zu erwarten. Ihr habt gelacht, wenn Lachen nötig war, und seid standhaft geblieben, wenn es nicht einfach war.“

Die Nonnen tauschten ein bescheidenes Lächeln aus.

„Als Belohnung“, fuhr der heilige Petrus fort, „erhältst du ein besonderes Geschenk.“

Ihre Augen weiteten sich leicht.

„Sie dürfen für sechs Monate zur Erde zurückkehren“, erklärte er, „und während dieser Zeit können Sie jeder sein, der Sie wollen, und tun, was immer Sie möchten. Keine Regeln. Keine Verpflichtungen. Nur Vergnügen.“

Einen Moment lang standen die drei Frauen völlig still.

Nach Jahrzehnten voller Routinen, Gelübde und Selbstbeherrschung erschien die Vorstellung vollkommener Freiheit fast unwirklich.

Dann wich die Ungläubigkeit allmählich der Begeisterung.

Ihre Gesichter strahlten wie die von Kindern, denen man gerade gesagt hatte, dass sie vor dem Abendessen Nachtisch essen dürften.

Die erste Wahl: Musik und das Rampenlicht
Die erste Nonne trat eifrig vor.

Schon vor ihrem Eintritt ins Kloster hatte sie die Musik geliebt. Sie summte leise vor sich hin beim Putzen und sang leise bei den abendlichen Arbeiten.

Sie räusperte sich und sprach mit kaum zu bändigender Aufregung.

„Ich wäre gern Taylor Swift.“

St. Peter kicherte.

Mit einem sanften Nicken und einem leisen Lichtblitz verschwand sie.

Irgendwo auf der Erde stand sie wahrscheinlich auf einer großen Bühne, das Mikrofon in der Hand, und sang Lieder, die den Menschen das Gefühl gaben, verstanden zu werden

Die zweite Wahl: Mutige Neuerfindung
Die zweite Nonne zögerte keine Sekunde.

Sie hatte Selbstvertrauen und Kreativität immer bewundert, auch wenn sie diese Eigenschaften selbst selten gezeigt hatte.

Großgewachsen verkündete sie stolz: „Ich möchte Madonna sein.“

Petrus lächelte wieder.

Noch ein Nicken.

Noch ein leises Puff.

Und sie war weg.

Manche Träume, so schien es, brauchten keine Erklärung

Die dritte Wahl: Eine stille Überraschung
Schließlich wandte sich Petrus der dritten Nonne zu.

Sie stand ruhig da, die Hände gefaltet, ihr Gesichtsausdruck friedlich. Anders als die anderen schien sie ihre Entscheidung sorgfältig überdacht zu haben.

„Und du, Schwester?“, fragte Petrus freundlich. „Wer möchtest du sein?“

Sie lächelte sanft.

„Ich möchte Alberto Pipalini sein.“

Petrus blinzelte

Er blickte auf seine Unterlagen.
Er überprüfte sie erneut.
Und dann noch einmal.

„Es tut mir leid“, sagte er höflich, „aber dieser Name sagt mir nichts. Ist er ein Sänger? Ein Künstler? Jemand Bekanntes?“

Das Lächeln der Nonne wurde nur noch breiter.

Ohne ein Wort zu sagen, griff sie in ihren Morgenmantel und zog einen leicht abgenutzten Zeitungsausschnitt hervor.

Sie übergab es dem heiligen Petrus.

Die Schlagzeile lautete:

„Einheimischer Alberto Pipalini zum glücklichsten Menschen der Welt gekürt.“

Die Definition von Glück
Der heilige Petrus las den Artikel aufmerksam.

Darin wurde erklärt, dass Alberto Pipalini weder wohlhabend
noch berühmt war.
Er hatte weder eine große Anhängerschaft noch herausragende Leistungen vorzuweisen.

Er führte einen kleinen Familienbetrieb.
Er begrüßte die Leute mit Namen.
Er lachte gern und oft.
Er half seinen Nachbarn, ohne darum gebeten zu werden.

Er genoss einfache Mahlzeiten, lange Gespräche und ruhige Abende.

Wenn ihn Leute fragten, wie er so zufrieden bleiben könne, war seine Antwort immer dieselbe.

„Ich schätze das, was ich habe“, sagte er, „anstatt dem nachzujagen, was ich nicht habe.“

Als Petrus mit dem Lesen fertig war, brach er in schallendes Gelächter aus, ein tiefes, freudiges Geräusch, das durch die Tore hallte.

„Wissen Sie“, sagte er und wischte sich die Tränen aus den Augen, „nach allem, was ich hier oben gesehen habe, ist das vielleicht die klügste Entscheidung von allen.“

Er hob die Hand.

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