10. Sechs Monate später
Licht durchflutete die Glaswände des Rossi Sterling Innovation Centers. Das Summen der Geräte vermischte sich mit Musik – Schluss mit der Sklaverei, jetzt geht es um Schöpfung.
In ihrem weißen Kittel rückte Isabella ihre Brille zurecht, während ihr Team den ersten Reaktortest im Großmaßstab vorbereitete. Neben ihr lächelte Harrison wie ein Schuljunge.
„Bereit, CTO Rossi?“
„Bereit, CEO Sterling.“
Er erteilt einen Befehl. Die Kurven auf den Bildschirmen stiegen an. Druck. Temperatur. Effizienz.
Die Zahl stieg wieder an, bis sie sich bei 78 % stabilisierte.
Applaus brach los. Harrison lachte ungläubig. „Bella, das ist unmöglich.“
„Die Mathematik lügt nicht“, antwortete sie lächelnd.
Später, in ihrem neuen Büro, tanzte die Sonne auf einem Rahmen: eine Serviette mit der richtigen Rezeptur, unterschrieben mit „R“. Ihr Telefon vibrierte: eine Nachricht von ihrer Mutter, die auf einer Mittelmeerkreuzfahrt war – Arztrechnungen bezahlt, neues Leben zurückgewonnen.
„Ich bin so stolz auf dich, meine brillante Tochter.“
Harrison kam mit einem Tablet herein. „Ich dachte, das könnte Sie interessieren.“
Die Schlagzeile lautete: „OmniGen-Chef Richard Hayes wegen Industriespionage angeklagt – Professoren Albright und Kendrick werden aussagen.“
Gerechtigkeit.
Real, greifbar, verdient.
„Man erntet am Ende, was man sät“, sagte sie leise.
„Ja“, antwortete er. „Aber du hast etwas Besseres gewonnen.“
Sie zog die Augenbrauen hoch. „Was ist es?“
„Die Zukunft“, sagte Harrison. „Oder vielleicht eine zweite Chance – für uns beide.“
Isabella blickte zum Horizont. Einst hatten diese Lichter unerreichbar gewirkt. Jetzt waren sie einfach nur noch der Horizont.
ADVERTISEMENT