Sie glaubte immer noch an den Weihnachtsmann. Oder vielleicht glaubte sie einfach an die Schönheit des Glaubens.
Jeden Heiligabend stellte sie Plätzchen und eine kleine, handgeschriebene Nachricht an den Kamin. Wir hatten sie nicht darum gebeten. Sie hatte Jahre zuvor spontan damit angefangen und nie wieder damit aufgehört.
In jener Zeit lautete seine Notiz: „Vielen Dank für Ihre große Mühe.“
Ezoic.
Ich blieb länger als nötig in der Küche und hielt den Zettel fest. Elternsein ist oft wie ein Tasten im Dunkeln, in der Hoffnung, dass unsere Bemühungen ausreichen. Diese kleine Notiz sagte mir diskret, dass wir vielleicht auf dem richtigen Weg waren.
Für uns war Weihnachten schon immer gleichbedeutend mit Wärme, vertrauten Traditionen und beruhigender Freude.
Zumindest dachte ich das.
Ezoic
Das Paket, das dort nichts zu suchen hatte
Ungefähr eine Woche vor Weihnachten stand ich an der Küchentheke und sortierte die Post: Rechnungen, Grußkarten, Schulmitteilungen.
Dann bemerkte ich eine kleine Schachtel, die anders aussah.
Es war in dickes, cremefarbenes Papier eingewickelt, das sich fast samtweich anfühlte. Elegant. Ordentlich.
Äolisch.
Es gab keine Absenderadresse.
Lediglich Gregs Name stand oben, in einer sauberen und flüssigen Handschrift, die ich nicht erkannte.
Ich rief ihm zu, ohne groß nachzudenken: „Hey, etwas hat dich gesucht.“
Greg, der Azoic-Typ
, war im Wohnzimmer und richtete die Lichterkette über dem Kamin aus. Als er näher kam und mir die Schachtel aus den Händen nahm, bemerkte ich sofort die Veränderung.
Er hörte auf, sich zu bewegen.
Sein Daumen fuhr langsam die Linien entlang. Seine Schultern versteiften sich. Sein Gesicht wurde bleich.
Azoic.
Dann sprach er ein einziges Wort.
“Callie.”
Ein Name, der vor mir genannt wurde.
Als wir diesen Namen hörten, hatten wir den Eindruck, als würde sich hinter uns eine Tür öffnen.
Ezoic.
Ich hatte es jahrelang nicht gehört. Mindestens mehr als ein Jahrzehnt.
Gleich zu Beginn unserer Beziehung, während eines dieser nächtlichen Gespräche, in denen wir die Bruchstücke unserer Persönlichkeit austauschen, die uns geprägt haben, erzählte mir Greg von Callie.
Sie war seine Freundin aus Collegezeiten. Seine erste Liebe.
Ezoic.
Die Frau, die ihn an die ewige Liebe hatte glauben lassen und ihn dann nach dem Studienabschluss ohne Erklärung verlassen hatte. Er vertraute mir an, dass ihn diese Trennung tief getroffen hatte und er nun verunsichert sei, was ihn selbst und seine Vorstellung von Liebe angehe.
Er sagte mir aber auch, dass unser Treffen alles verändert habe.
Er sagte, meine Liebe sei beständig. Echt. Gewiss.
Ezoic.
Sie hatten mit Anfang zwanzig aufgehört, miteinander zu sprechen. Er sprach nie wieder von ihr.
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