Meine Mutter verstieß mich, weil ich eine alleinerziehende Mutter geheiratet hatte – doch als sie drei Jahre später unser Leben sah, brach sie in Tränen aus.

Unser unvollkommenes kleines Leben

Wir haben in einem mit Lichterketten geschmückten Garten geheiratet. Wir zogen in eine bescheidene Wohnung mit einem Zitronenbaum im Innenhof und Schubladen, die klemmten.

Mathis strich sein Zimmer grün an und hinterließ dabei Handabdrücke an der Wand.

Eines Tages, im Supermarkt, blickte er zu mir auf:

“Papa, können wir die mit Marshmallows haben?”

Ihm war nicht klar, was er gerade gesagt hatte.
Mir schon.

Unser Leben war einfach. Elise arbeitete nachts. Ich bereitete das Mittagessen zu und brachte Mathis zur Schule. Samstags tanzten wir in Socken im Wohnzimmer.

Das war nicht das Erbe, das sich meine Mutter vorgestellt hatte.

Es war besser.

Seine Rückkehr

Drei Jahre später rief sie mich an.

„Ich komme morgen vorbei. Ich möchte wissen, warum du das alles aufgegeben hast.“

Ich habe nichts versteckt. Der mit Magneten bedeckte Kühlschrank blieb genau so, wie er war. Genauso wie das gebrauchte Sofa.

Als sie eintrat, klackten ihre Absätze auf den Fliesen. Ihr Blick schweifte über die Bleistiftstriche, den unordentlichen Schuhschrank, das alte Klavier mit seinem abgenutzten Lack.

Mathis kam mit einem Karton Fruchtsaft. Er setzte sich ans Klavier und begann ein Stück von Chopin zu spielen – das, das sie mich als Kind immer üben ließ.

Sie erstarrte.

“Wo hat er das gelernt?”

„Er hat mich gefragt. Also habe ich es ihm beigebracht.“

Mathis reichte ihr eine Zeichnung. Wir drei standen auf der Türschwelle. Sie erschien am Fenster, umgeben von Blumen.

„Ich wusste nicht, welche dir gefallen, also habe ich sie alle gezeichnet.“

Sie behandelte die Zeichnung, als wäre sie zerbrechlich.

„Hier wird nicht geschrien“, fügte Mathis hinzu. „Mein Vater sagt, dass das Schreien dem Haus das Atmen erschwert.“

Meine Mutter hat nicht geantwortet.

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