Konflikt zwischen den Nachbarn flammt wieder auf
Erst am vergangenen Wochenende hatte Pakistan Stellungen in Afghanistan angegriffen. Die UN-Hilfsmission für Afghanistan (UNAMA) teilte im Nachgang mit, 13 Zivilisten seien bei den Luftschlägen ums Leben gekommen, sieben weitere verletzt worden. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid hatte die folgenden Angriffe auf Pakistan als Gegenoffensive bezeichnet.
Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan haben sich zuletzt massiv verschlechtert. Erst im Herbst war es zu Gefechten gekommen. Laut UN-Angaben starben damals 70 afghanische Zivilisten bei pakistanischen Angriffen. Friedensverhandlungen unter Vermittlung des Golfemirats Katar und der Türkei brachten keine nachhaltige Lösung des Konflikts.
Was steckt hinter den Gefechten?
Islamabad wirft Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul bestreitet das.
Insbesondere die Gruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) – weithin als Pakistanische Taliban bekannt – und ein regionaler Ableger des Islamischen Staates (IS) verüben in Pakistan seit Jahren immer mehr Anschläge. Nach Angaben des Pakistan Institute for Peace Studies stieg die Zahl der Terroranschläge in Pakistan 2025 auf fast 700.
Auch die Vereinten Nationen schreiben in einem jüngst veröffentlichten Bericht, dass die Regierung in Kabul verschiedenen Terrorgruppen im Land ein günstiges Umfeld biete und die Pakistanischen Taliban unterstütze. Die regierenden Taliban bestreiten das.
Die Nachbarländer teilen sich eine rund 2.400 Kilometer lange Grenze, die 1893 zwischen dem damaligen Britisch-Indien und dem Emirat Afghanistan entstand. Der Verlauf der als „Durand-Linie“ bekannten faktischen Grenze ist zwischen den Ländern umstritten.