Der Morgen danach
Ich wachte am Sonntag mit einem Gefühl der Beklemmung auf. Die Musik hatte bis 3 Uhr morgens dröhnend gelauscht, und meine Geduld war bereits am Ende. Doch nichts hatte mich auf das vorbereitet, was ich sah, als ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf meinen Vorgarten trat.
Rote Becher, zerknitterte Pappteller, leere Dosen, sogar eine einzelne Sandale – mein Garten sah aus wie ein Schlachtfeld. Nicht ihres, sondern meines. Mein Zufluchtsort. Ich stand einfach nur da, den Kaffee vergessend, und starrte fassungslos.
Eine Geschichte voller Schwierigkeiten
Ich hatte schon Probleme mit diesen Nachbarn, seit sie eingezogen sind – laute Autos zu ungewöhnlichen Zeiten, ständig ein- und ausgehende Fremde –, aber das war eine ganz andere Nummer. Ich habe schnell ein Foto gemacht und Brielle, dem Mädchen von nebenan, geschrieben: „Ist das deins?“
Ihre Antwort? „Haha, ja! Wir haben es etwas übertrieben. Tut mir leid. 😅“
Ich wartete eine Stunde, in der Hoffnung, sie würden vielleicht aufräumen. Nichts. Gegen Mittag ging ich zu ihrer Tür. Ein mir unbekannter Mann öffnete, oberkörperfrei und stark nach Alkohol riechend. Er starrte mich an, als wäre ich die Fremde.
Konfrontation
Brielle tauchte endlich auf, Sonnenbrille auf, Smoothie in der Hand. „Wir haben alle einen schlimmen Kater. Können wir das später klären?“, fragte sie.
Ich bin ausgerastet. Ich sagte ihr, wenn der Garten nicht bis zum Abend aufgeräumt wäre, würde ich die Stadt verständigen. Plötzlich drehte sie den Spieß um und warf mir vor, „feindselig“ und „unnachbarschaftlich“ zu sein. Ich war fassungslos. Aber ich habe alles dokumentiert – jede Tasse, jeden Teller, jede Dose.
Hinter meinen Hortensien fand ich Scherben einer zerbrochenen Flasche, die jemand dort liegen gelassen hatte. Da wich die Frustration der Sorge. Meine siebenjährige Tochter spielt jeden Tag im Garten. Das hätte gefährlich werden können.
Anruf bei der Stadt
Am Montagmorgen erstattete ich Anzeige beim Ordnungsamt und schickte die Fotos per E-Mail. Gloria, die Frau am anderen Ende der Leitung, schnappte nach Luft. „Ach, Liebes, wir kümmern uns darum.“
Am Nachmittag kam ein Kontrolleur. Er ging herum, nickte und sagte: „Sie haben richtig gehandelt, indem Sie das gemeldet haben.“ Dann ging er nebenan. Von meinem Küchenfenster aus sah ich Brielle im Morgenmantel herauskommen, sichtlich verärgert. Der Kontrolleur deutete auf ihr Klemmbrett. Sie rief: „Wir haben das meiste schon geputzt!“
Es war eine Lüge. Nichts hatte sich bewegt. Der Wind hatte lediglich weiteren Unrat von ihrem Grundstück herübergeweht. Mein Rasen war zu ihrer inoffiziellen Müllhalde geworden.
Drama in den sozialen Medien
Später postete Brielle in unserer Nachbarschafts-Facebook-Gruppe und beschwerte sich über „Nachbarn, die Müll melden, anstatt wie Erwachsene miteinander zu reden“. Die Kommentare waren gemischt – einige unterstützend, andere leicht kritisch –, aber es hinterließ eine angespannte Stimmung in der Straße.
Kurz darauf fuhren zwei Teenager – vermutlich ihre Freunde – mit Rollern über meine Einfahrt und warfen meine Recyclingtonne um. Ich ging hinaus, und sie rannten lachend und mir den Mittelfinger zeigend davon.
Eskalation
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